UV-LED Simulation: Bestrahlungsstärke berechnen

Mit der UV-LED Simulation von Opsytec Dr. Gröbel berechnen Sie die Bestrahlungsstärke (mW/cm²) von UV-LED-Leuchten direkt im Browser — kostenlos und ohne Installation. Wählen Sie einen UV-LED-Flächenstrahler oder eine Leuchte der Serie L aus, stellen Sie Wellenlänge (265–450 nm), Arbeitsabstand und Zielfläche ein und erhalten Sie sofort die Bestrahlungsstärke-Verteilung als Heatmap, 3D-Ansicht und Schnittprofile — auf Wunsch auch auf eigenen Bauteilen als STEP-/STL-Modell.

Die Simulation nutzt die gemessene Abstrahlcharakteristik realer UV-LEDs und liefert Kennzahlen wie maximale, mittlere und minimale Bestrahlungsstärke für die Auslegung von UV-Härtung, UV-Desinfektion und Bewitterungs- oder Fluoreszenzanwendungen. Ergebnisse lassen sich als CSV-Datei und als PDF-Simulationsbericht exportieren. Die berechneten Werte sind orientierende Daten für die Produktauswahl; verbindliche Bestrahlungsstärken bestimmen Sie durch Messung, z. B. mit einem Opsytec-Radiometer.

3D-Ansicht der Geometrie

Ziehen: Ansicht drehen · Mausrad: Zoom · Blau: Leuchtengehäuse · Raster: Gesamtfläche (z = 0)

Bestrahlungsstärke auf der Zielfläche

u/v sind lokale Koordinaten in der Zielflächenebene
Kurzer Klick auf die Heatmap setzt einen Messpunkt.

Kennzahlen (Auswertung nur auf Zielfläche/Modell)

Schnittprofile durch den Flächenmittelpunkt

Profil entlang u (v = 0)

Profil entlang v (u = 0)

Datenexport

Modellbeschreibung

Erklärung des Simulationsmodells anzeigen

Grundprinzip

Jede LED wird als kompakte Quelle aus 5 Teilquellen über der ca. 3,5 mm großen Chipfläche in der LED-Ebene (z = h über dem Kipppunkt/Ursprung) modelliert und strahlt senkrecht nach unten. Die Bestrahlungsstärke E an einem Punkt der Zielfläche ergibt sich als inkohärente Summe der Beiträge aller Quellen (UV-LEDs sind zueinander inkohärent, Leistungen addieren sich). Im Fernfeld ist das Modell äquivalent zur Punktquelle; die Teilquellen bilden die reale Glättung der Verteilung im Nahbereich ab.

Abstrahlcharakteristik der LED

Die Winkelverteilung der Strahlstärke folgt dem verallgemeinerten Lambert-Modell:

I(θ) = I₀ · cosᵐ(θ)   mit  m = ln 0,5 / ln cos θ½

θ ist der Winkel zur optischen Achse der LED. Der eingestellte Öffnungswinkel θ½ wird als Halbwertswinkel interpretiert (bei θ = θ½ ist die Strahlstärke auf 50 % abgefallen). Bei θ½ = 60° ergibt sich m = 1, die ideale Lambert-Quelle eines ungelinsten Chips; bei θ½ = 20° folgt m ≈ 11 (stark bündelnde Linse). Damit die abgestrahlte Gesamtleistung unabhängig vom Winkel exakt dem eingestellten Strahlungsfluss Φ entspricht, wird über den Halbraum normiert:

I₀ = Φ · (m + 1) / (2π)   [mW/sr]

Standardmäßig (und bei den vordefinierten Leuchten immer) wird statt des reinen Lambert-Modells das OPSY1-LED-Modell verwendet — die effektive Abstrahlcharakteristik der verbauten Hochleistungs-LED: ein Supergauß-Profil I(θ) = exp(−(θ/36,2°)³) mit Halbwertswinkel θ½ = ±32°, oberhalb 42° glatt auf null bei ±52° auslaufend. Das Profil folgt der gemessenen Abstrahlkurve der LED bis etwa 30° und ist gegen Monte-Carlo-Raytracing eines 3×3-Arrays in 10 mm Abstand validiert. Zusätzlich wird jede LED als 5 Teilquellen über der ca. 3,5 mm großen Chipfläche gerechnet — zusammen bildet das die reale Verteilung im Nahbereich ab, ohne künstliche Überhöhungen zwischen benachbarten LEDs. Auch hier wird über den Halbraum energienormiert (I₀ = Φ / [2π·∫ I(θ)·sin θ dθ]), sodass die Gesamtleistung exakt Φ entspricht. Im Individuell-Modus kann die Kurve zusätzlich um bis zu −5° in der Winkelachse gestaucht werden (Regler „Profilverengung"); die Energienormierung bleibt dabei exakt erhalten. Abstrahlcharakteristik-Modelle und die Zuordnung je Wellenlänge (Strahlungsfluss, Modell) sind über die passwortgeschützte LED-Parametrierung anpassbar; OPSY1 ist die Standardparametrierung.

Berechnung der Bestrahlungsstärke

Für jeden Punkt P der Zielfläche wird pro LED der Verbindungsvektor gebildet (Abstand r, Abstrahlwinkel θ_LED zur LED-Achse, Einfallswinkel θ_E zur Flächennormale) und das photometrische Entfernungsgesetz mit Kosinus-Einfallskorrektur angewendet:

E(P) = Σ über alle LEDs:  I(θ_LED) · cos(θ_E) / r²

I(θ) ist dabei die Strahlstärke des gewählten Emissionsmodells — standardmäßig das OPSY1-LED-Modell, im Lambert-Modus I₀·cosᵐθ. Der Faktor 1/r² beschreibt die geometrische Verdünnung der Strahlung mit dem Abstand, der Faktor cos(θ_E) die Projektion des Strahlenbündels auf die Empfängerfläche. Punkte, die oberhalb der LED-Ebene liegen (cos θ_LED ≤ 0) oder deren Fläche von der LED abgewandt ist (cos θ_E ≤ 0), erhalten keinen Beitrag.

Geometrie

  • Ebene Zielfläche (Rechteck/Kreis): Ein N×N-Raster lokaler Koordinaten (u, v) wird über die Kippbasis (Drehung um X- und Y-Achse um den Mittelpunkt im Abstand h) in 3D-Punkte umgerechnet; beim Kreis werden Punkte außerhalb des Durchmessers maskiert.
  • CAD-Modell (STEP/STL): Das Modell wird trianguliert (STEP über OpenCascade, STL direkt), im Ursprung zentriert und mit Skalierung, Verschiebung und Drehung (R = Rz·Ry·Rx) transformiert. E wird pro Dreieck am Flächenschwerpunkt berechnet; die Normale folgt aus den Eckpunkten (CAD-Orientierung), Rückseiten erhalten E = 0.
  • Gesamtfläche: Eine unabhängige ebene Referenzfläche bei z = 0 dient als Umgebungsbezug; für sie wird separat die auftreffende Leistung berechnet.

Numerik

Ebene Flächen werden mit einem festen Raster von 251 × 251 Punkten gerechnet. Die auftreffende Gesamtleistung wird per Trapezregel über das Raster integriert (beim CAD-Modell flächengewichtet über die Dreiecke). Kennzahlen wie Homogenität (min/max) und Mittelwert beziehen sich ausschließlich auf die Zielfläche bzw. die bestrahlten Außenflächen des Modells.

Was berücksichtigt wird

  • Abstrahlcharakteristik: OPSY1-LED-Modell (θ½ = ±32°, im Individuell-Modus bis −5° verengbar) bzw. wählbares Lambert-Modell (θ½ ±20°…±60°)
  • Quadratisches Abstandsgesetz (1/r²)
  • Einfallswinkel auf gekippte bzw. beliebig orientierte Flächen (cos θ_E)
  • Überlagerung aller LEDs des Rasters (Positionen aus Reihen/Spalten/Pitch)
  • Energieerhaltung: Normierung von I₀ auf den eingestellten Strahlungsfluss

Was nicht berücksichtigt wird

  • Reflexionen an Umgebung, Gesamtfläche oder Gehäuse (das blaue Leuchtengehäuse ist rein visuell und beeinflusst die Rechnung nicht)
  • Fresnel-Verluste an der Zieloberfläche (E ist die auftreffende, nicht die absorbierte Bestrahlungsstärke)
  • Selbstabschattung bei konkaven CAD-Modellen — jede Außenfläche „sieht" jede LED, sofern sie ihr zugewandt ist; verdeckende Geometrie dazwischen wird nicht geprüft
  • Nahfeldeffekte werden nur genähert abgebildet (weiches effektives Profil, Chipfläche als 5 Teilquellen); wellenoptische Effekte bleiben unberücksichtigt
  • Spektrale Effekte, Absorption in Luft, LED-Toleranzen (Binning) und Temperaturabhängigkeit des Strahlungsflusses

Validierung

Das Modell wurde gegen analytische Grenzfälle geprüft: Im Lambert-Modus gilt direkt unter einer einzelnen LED exakt E = Φ·(m+1)/(2π·h²); beim seitlichen Versatz h·tan θ½ fällt die Strahlstärke exakt auf 50 %; auf einer sehr großen Empfängerfläche konvergiert die integrierte Leistung gegen den Gesamtfluss (>99,9 % bei 4 × 4 m, beide Emissionsmodelle); die Kippung reduziert E im Mittelpunkt exakt um cos(αx)·cos(αy). Das OPSY1-LED-Modell ist zusätzlich gegen Monte-Carlo-Raytracing validiert (siehe Abstrahlcharakteristik).

Einheiten

Eingaben in mm bzw. mW, interne Rechnung in cm, Ergebnis in mW/cm² (Umschaltung auf W/m²: 1 mW/cm² = 10 W/m²). Der Strahlungsfluss je LED ist für jede Wellenlänge hinterlegt und entspricht der Einstellung 100 %; der Regler „LED-Leistung" skaliert ihn linear herunter.

So funktioniert die UV-LED Simulation

Wählen Sie eine vordefinierte UV-LED-Leuchte (Flächenstrahler SFL oder Serie L) und die gewünschte Wellenlänge — der passende Strahlungsfluss je LED ist für jede Wellenlänge hinterlegt. Stellen Sie den Arbeitsabstand zwischen LED-Ebene und Zielfläche ein und definieren Sie die Zielfläche als Rechteck, Kreis oder eigenes CAD-Modell (STEP/STL, Verarbeitung ausschließlich lokal im Browser). Die App berechnet daraus die Bestrahlungsstärke-Verteilung und zeigt sie als interaktive 3D-Ansicht, Heatmap und als Schnittprofile durch den Mittelpunkt. Kennzahlen wie maximale, mittlere und minimale Bestrahlungsstärke sowie der Wert im Mittelpunkt werden direkt angezeigt; alle Ergebnisse lassen sich als CSV-Datei oder als PDF-Simulationsbericht exportieren.

Berechnungsgrundlagen

Jede UV-LED wird als kompakte Quelle aus fünf Teilquellen über der Chipfläche modelliert. Die Bestrahlungsstärke an einem Punkt der Zielfläche ergibt sich als inkohärente Summe aller LED-Beiträge: E = Σ I(θ) · cos(θEinfall) / r². Als Abstrahlcharakteristik I(θ) dient standardmäßig das an Messdaten und Monte-Carlo-Raytracing validierte OPSY-LED-Modell (Halbwertswinkel ±32°); alternativ steht das klassische Lambert-Modell I(θ) = I₀·cosᵐθ mit einstellbarem Halbwertswinkel zur Verfügung. Die Modelle sind energienormiert: Der über den Halbraum integrierte Strahlungsfluss entspricht exakt dem eingestellten Fluss je LED.

Einflussgrößen auf Bestrahlungsstärke und Homogenität

Annahmen und Grenzen der Simulation

Die Simulation rechnet mit direkter Bestrahlung im ungestörten Halbraum: Reflexionen an Umgebungsflächen, Fresnel-Verluste an der Bauteiloberfläche und Selbstabschattung innerhalb konkaver Geometrien werden nicht berücksichtigt; bei CAD-Modellen erhalten von der LED abgewandte Flächen den Wert null. Die Ergebnisse sind daher orientierende Daten für Produktauswahl und Prozessauslegung — ohne Gewähr. Verbindliche Bestrahlungsstärken und Dosiswerte bestimmen Sie durch Messung mit einem kalibrierten UV-Radiometer von Opsytec Dr. Gröbel.

Passende UV-LED-Leuchten von Opsytec

Alle simulierbaren Leuchten sind Serienprodukte der Opsytec Dr. Gröbel GmbH: Die UV-LED-Flächenstrahler der SFL-Serie bestrahlen große Flächen homogen — etwa für UV-Härtung, Fluoreszenzanregung und Desinfektion —, während die kompakten Leuchten der UV-LED-Serie L hohe Bestrahlungsstärken auf kleinen Flächen erzeugen. Beide Serien sind mit Wellenlängen von 265 nm bis 450 nm verfügbar. Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl und legen die Bestrahlungseinheit für Ihre Anwendung aus.

Häufige Fragen zur UV-LED Simulation

Wie genau ist die berechnete Bestrahlungsstärke?

Die Simulation nutzt gemessene LED-Abstrahlcharakteristiken und ist gegen Monte-Carlo-Raytracing validiert. Sie liefert orientierende Daten für die Produktauswahl; Reflexionen und Fresnel-Verluste sind nicht enthalten. Verbindliche Werte bestimmen Sie durch Messung mit einem kalibrierten UV-Radiometer.

Welchen Arbeitsabstand soll ich wählen?

Kleine Abstände maximieren die Bestrahlungsstärke, zeigen aber das LED-Raster als Inhomogenität; größere Abstände glätten die Verteilung bei sinkender Bestrahlungsstärke. Vergleichen Sie in der Simulation mehrere Abstände anhand der Schnittprofile und der Kennzahl „E Mittelwert", um den besten Kompromiss für Ihre Anwendung zu finden.

Kann ich eigene Bauteile simulieren?

Ja — laden Sie ein STEP- oder STL-Modell Ihres Bauteils. Die Bestrahlungsstärke wird je Außenfläche berechnet, von den LEDs abgewandte Flächen erhalten den Wert null. Die Datei wird ausschließlich lokal in Ihrem Browser verarbeitet und nicht übertragen.

Welche UV-Wellenlängen stehen zur Verfügung?

Die Simulation deckt 265, 275, 280, 365, 385, 395, 405 und 450 nm ab — von UVC für die Desinfektion bis UVA/Blau für Härtung und Fluoreszenz. Der typische Strahlungsfluss je LED ist für jede Wellenlänge hinterlegt und wird automatisch in der Berechnung verwendet.