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Medizinische Phototherapie: UV-Strahlung, Wirkmechanismen und Dosismessung

Medizinische Phototherapie ist die therapeutisch verordnete Bestrahlung von Haut oder Gewebe mit ultravioletter oder sichtbarer optischer Strahlung definierter Wellenlänge, Bestrahlungsstärke und Dosis. Eingesetzt wird sie unter anderem bei Psoriasis, atopischer Dermatitis, Vitiligo, aktinischer Keratose und der Hyperbilirubinämie des Neugeborenen. Anders als bei zufälliger UV-Exposition ist die Bestrahlung hier beabsichtigt: Sie folgt einem ärztlich festgelegten Dosisprotokoll, das eine bestimmte Wirkung – etwa Apoptose entzündlicher T-Zellen oder den photochemischen Abbau von Bilirubin – gezielt herbeiführen soll, ohne die Schwelle zu Erythem, Verbrennung oder Langzeitschädigung zu überschreiten. Zentrale physikalische Größen sind dabei die spektrale Bestrahlungsstärke am Behandlungsort, die daraus über die Zeit resultierende Bestrahlungsdosis sowie das Wirkungsspektrum, das beschreibt, wie stark einzelne Wellenlängen zur biologischen Wirkung beitragen. Die technische Herausforderung liegt weniger in der Erzeugung der Strahlung als in ihrer reproduzierbaren Quantifizierung am Patienten.

Wie entwickelt sich der Markt der medizinischen Phototherapie?

Belastbare Marktzahlen für „medizinische Phototherapie“ sind uneinheitlich, weil unterschiedliche Studien unterschiedliche Marktgrenzen ziehen – Geräte, Behandlungen, regionale Segmente oder Indikationen werden nicht einheitlich abgegrenzt. Diese Streuung ist selbst ein relevanter Befund: Ein Bericht beziffert den globalen „Phototherapy Treatment Market“ auf 2,2 Milliarden US-Dollar (2025) mit Wachstum auf 3,6 Milliarden US-Dollar bis 2035 (CAGR 5,2 %); Psoriasis stellt darin mit 42,7 % den größten Indikationsanteil, Schmalband-UVB mit 36,4 % den größten Technologieanteil (Future Market Insights, 2025). Eine enger gefasste Betrachtung allein der UV-Phototherapiegeräte kommt auf rund 800 Millionen US-Dollar (2024) mit einem CAGR von 5,9 % bis 2035 (WiseGuy Reports, 2025). Für die neonatologische Phototherapie in Europa wird ein deutlich kleinerer Teilmarkt von rund 135 Millionen US-Dollar (2024) mit moderatem Wachstum (CAGR 4,4 %) ausgewiesen (MarketDataForecast, 2024).

Technisch relevanter als die absolute Marktgröße sind die Verschiebungen dahinter: Der Wechsel von quecksilberdampfbasierten Leuchtstoffröhren zu LED-Lichtquellen, die zunehmende Verbreitung von Home-Use-Geräten für die ambulante Anwendung sowie eine 2023 überarbeitete Neuausgabe der Gerätenorm IEC 60601-2-57 für nicht-laserbasierte Lichttherapiegeräte (IEC, 2023). Jede dieser Entwicklungen erhöht die Anforderungen an eine rückführbare Dosiskontrolle: LED-Quellen altern anders als Leuchtstoffröhren, Home-Use-Geräte entziehen sich der routinemäßigen Kontrolle durch geschultes Personal, und eine verschärfte Gerätenorm verlangt dokumentierte Nachweise über die tatsächlich am Patienten ankommende Bestrahlungsstärke – nicht nur über die Nennleistung des Geräts.

Fünf Entwicklungen bestimmen, wie in der Phototherapie dosiert und dokumentiert wird:

Übergang von Leuchtstoffröhren zu UV-LED-Systemen. LED-Quellen erreichen ihre volle Leistung ohne Warmlaufzeit und altern über die Betriebsdauer gleichmäßiger als Leuchtstoffröhren, was Zeitprotokolle über einen längeren Zeitraum verlässlicher macht. Zugleich verschärft die schmalere, steilflankigere Emission die Anforderung an eine zur jeweiligen LED passende spektrale Sensorkalibrierung – ein Effekt, der bei breitbandigeren Leuchtstoffquellen weniger ausgeprägt war.

Wachsende Bedeutung von Home-Use-Geräten. Marktanalysen berichten für 2024 von mehr als 46.000 im Feld installierten portablen Phototherapiegeräten (Market Growth Reports, 2025); die technische Konsequenz ist eine Verlagerung der Qualitätssicherung vom Klinikpersonal zu werksseitig stabileren, möglichst wartungsarmen Lichtquellen mit integrierter Selbstprüfung.

Überarbeitete Gerätenorm IEC 60601-2-57 (Ausgabe 2023). Die zweite Ausgabe der Norm für nicht-laserbasierte Lichttherapiegeräte verschärft die Anforderungen an Basissicherheit und Leistungsnachweis therapeutischer, diagnostischer und kosmetischer Lichtquellen und wirkt sich unmittelbar auf die geforderten Prüf- und Dokumentationsnachweise von Herstellern aus (IEC, 2023).

Zunehmende Etablierung der Tageslicht-PDT. Als ressourcenschonende Alternative zur Rotlicht-PDT reduziert sie den Bedarf an künstlichen Lichtquellen, verlangt im Gegenzug jedoch eine Bewertung der tagesaktuellen UV- und Lichtverhältnisse, da die Bestrahlungsstärke der Sonne nicht kontrollierbar ist.

Inline-Spektralsensorik in Prozess- und Therapieanlagen. Miniaturisierte Spektralradiometer wie das iSR900 ermöglichen eine kontinuierliche, statt punktuell-manuelle Überwachung der spektralen Zusammensetzung während des Betriebs und damit eine frühere Erkennung spektraler Drift, etwa durch Alterung oder Verschmutzung optischer Bauteile.

Wie wirkt UV- und Lichtstrahlung auf die Haut?

Die therapeutische Wirkung entsteht durch Absorption von Photonen in Haut- oder Blutbestandteilen und die daraus resultierende photochemische oder photobiologische Reaktion. Im UVB-Bereich (280–315 nm) wird die Strahlung überwiegend in der Epidermis absorbiert; DNA-Basen bilden dabei Cyclobutan-Pyrimidin-Dimere, was DNA-Reparaturprozesse, Apoptose entzündlicher T-Zellen und eine Modulation von Zytokinsignalwegen auslöst – der postulierte Hauptmechanismus der Psoriasis-Wirksamkeit von Schmalband-UVB (Ozawa et al., 1999). UVA (315–400 nm) dringt tiefer in die Dermis ein und wirkt in Kombination mit Psoralenen (PUVA) über Photoaddukte an der DNA sowie über oxidativen Stress. Bei der Photodynamischen Therapie wird ein Photosensibilisator (z. B. Protoporphyrin IX) durch sichtbares Licht angeregt und erzeugt in Anwesenheit von Sauerstoff reaktive Sauerstoffspezies, die selektiv geschädigtes Gewebe zerstören. Bei der neonatalen Bilirubin-Phototherapie wird blaues Licht (450–460 nm) genutzt, um unkonjugiertes Bilirubin photochemisch in wasserlösliche, renal ausscheidbare Isomere umzuwandeln – kein DNA-Effekt, sondern eine reine Photoisomerisierung.

Welche Technologien werden in der Phototherapie eingesetzt?

Die eingesetzten Lichtquellen unterscheiden sich in Spektralbreite, Kohärenz und Eindringtiefe – Eigenschaften, die die Indikation mitbestimmen.

TechnologieCharakteristikVorteile / GrenzenTypische Anwendung
Breitband-UVB280–320 nm, LeuchtstoffröhreKostengünstig, etabliert. Erythemwirksame kurze Wellenlängen ohne therapeutischen Zusatznutzen mitenthaltenHistorisch, zunehmend verdrängt
Schmalband-UVB (NB-UVB)311 ± 2 nm, Leuchtstoffröhre (TL01) oder LEDHöchste Wirksamkeit bei geringerer Erythemschwelle als Breitband-UVB. Steile Wirkungsfunktion verlangt enge spektrale KontrollePsoriasis, Vitiligo, atopische Dermatitis (Standardtherapie)
PUVA (Psoralen + UVA)320–400 nm nach oraler/topischer Psoralen-GabeWirksam bei dickeren Plaques, tiefere Eindringtiefe. Phototoxizität, orale/topische Zusatzmedikation, höheres LangzeitrisikoChronische Plaque-Psoriasis, palmoplantare Dermatosen
UVA1340–400 nm, HochleistungsstrahlerErreicht die mittlere/tiefe Dermis, wirksam ohne Psoralen. Hohe erforderliche Bestrahlungsstärke, große GerätebauformAkute atopische Dermatitis, Sklerodermie
Excimerlampe/-laser 308 nmMonochromatisch, bei Laser kohärentLokal begrenzte, hochdosierte Bestrahlung bei Schonung gesunder Haut. Nur für kleine Läsionsflächen wirtschaftlichVitiligo-Herde, therapieresistente Plaques
Blaulicht-Phototherapie450–460 nm, LED oder LeuchtstoffröhreKein DNA-Effekt, günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis. Wirkung hängt stark von Bestrahlungsfläche und -stärke abNeonatale Hyperbilirubinämie
Photodynamische Therapie (PDT)405–635 nm + PhotosensibilisatorGewebeselektiv, gute kosmetische Ergebnisse. Photosensibilisator-Kinetik und Sauerstoffversorgung als zusätzliche VariablenAktinische Keratose, oberflächliches Basalzellkarzinom, Akne

Der Übergang von Leuchtstoffröhren zu LED betrifft alle UV- und Blaulichtverfahren gleichermaßen, jedoch mit unterschiedlichem Gewicht: Bei ohnehin schmalbandigen Verfahren (NB-UVB, Excimer) ändert die LED-Emissionscharakteristik das Spektrum nur wenig; bei breiteren Quellen wie UVA1-Strahlern verschiebt sie die spektrale Zusammensetzung stärker.

Welche Prozessgrößen sind entscheidend?

Spektrale Bestrahlungsstärke E(λ) in W/(m²·nm) beschreibt, wie viel Strahlungsleistung pro Fläche und Wellenlängenintervall am Behandlungsort auftrifft. Sie ist die Ausgangsgröße für jede weitere Berechnung, weil die biologische Wirkung wellenlängenabhängig ist.

Erythem- bzw. wirkungsgewichtete Bestrahlungsstärke entsteht durch Gewichtung von E(λ) mit einer biologischen Wirkfunktion, zum Beispiel dem erythemwirksamen Referenzspektrum nach ISO/CIE 17166. Sie ist keine physikalische, sondern eine biologisch normierte Größe und daher nur im Kontext der jeweils zugrunde gelegten Wirkfunktion sinnvoll interpretierbar.

Bestrahlungsdosis (Strahlungsenergiedosis) H, das Produkt aus Bestrahlungsstärke und Zeit, bestimmt die kumulierte photochemische Wirkung. Behandlungsprotokolle geben grundsätzlich eine Dosis vor, nicht eine Zeit – die Zeit ist eine abgeleitete Stellgröße, die sich nur bei bekannter, aktueller Bestrahlungsstärke korrekt berechnen lässt.

Position und Geometrie bestimmen, welche Bestrahlungsstärke am Gewebe tatsächlich ankommt. In Ganzkörperkabinen variiert sie zwischen Kopf-, Rumpf- und Beinhöhe und mit der Körperkrümmung; bei Handgeräten mit dem Abstand zur Haut.

Expositionsdauer wirkt nicht nur additiv über die Dosis, sondern kann bei sehr kurzen oder sehr langen Bestrahlungszeiten von der einfachen Dosis-Wirkungs-Beziehung abweichen (siehe Reziprozitätsgesetz).

Was begrenzt den Prozess oder führt zu Fehlern?

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, elektrische Lampenleistung mit optischer Dosis am Patienten gleichzusetzen. Die Nennleistung eines Strahlers beschreibt die aufgenommene elektrische Leistung, nicht die tatsächlich emittierte, erst recht nicht die am Behandlungsort ankommende Strahlungsleistung. Zwischen Lampe und Haut liegen Vorschaltgerät-Wirkungsgrad, Reflektorgeometrie, Abstand, Alterung und – bei Kabinen – die Abschattung durch die Körperform selbst.

Alterung verändert nicht nur die Höhe, sondern auch die spektrale Verteilung der Emission. Bei Leuchtstoffröhren nimmt die Bestrahlungsstärke in den ersten Betriebsstunden überproportional ab, danach folgt ein flacherer, annähernd linearer Abfall; ein Zeitprotokoll ohne begleitende Messung überschätzt daher mit fortschreitender Nutzungsdauer systematisch die tatsächlich verabreichte Dosis. Britische Fachleitlinien empfehlen deshalb, die für die Dosisberechnung genutzte Bestrahlungsstärke alle 25–50 Betriebsstunden neu zu bestimmen und nach dem Einbau neuer Röhren bereits nach 10–15 Stunden, weil frische Lampen zunächst schneller altern (Taylor et al., 2002). Mehr zu den zugrundeliegenden Mechanismen unter UV-LED-Lampen-Alterung.

Eine Zeitangabe allein ist nur so lange ausreichend, wie die Bestrahlungsstärke, auf der sie beruht, unverändert bleibt. Sinkt die Bestrahlungsstärke einer Kabine durch Alterung um 20 %, verlängert sich die für dieselbe Dosis erforderliche Zeit um 25 % – wird das nicht nachgemessen, erhält der Patient bei gleicher eingestellter Zeit dauerhaft eine zu niedrige Dosis.

Homogenität wird regelmäßig unterschätzt. In Ganzkörperkabinen ist die Bestrahlungsstärke am Rumpf typischerweise am höchsten und fällt zu Kopf und Knien ab; feststehende Körperhaltung erzeugt „Schongebiete“ mit deutlich geringerer Dosis. Fachprotokolle sehen deshalb Mehrpunktmessungen vor – etwa vier Positionen auf Brust-, vier auf Taillen- und vier auf Kniehöhe – deren Mittelwert als für die Dosisberechnung maßgebliche Bestrahlungsstärke am Patienten gilt (Taylor et al., 2002).

Die spektrale Empfindlichkeit des Messgeräts muss zur Quelle passen. Im schmalbandigen UVB ändert sich die erythemwirksame Gewichtung zwischen 300 und 320 nm um mehrere Größenordnungen; verschiebt sich das Emissionsmaximum einer Quelle um wenige Nanometer, ändert sich die wirksame Dosis erheblich, während ein breitbandiges Messgerät kaum eine Änderung anzeigt. Ein für Breitbandquellen kalibrierter Sensor kann an einer Schmalbandquelle daher systematisch abweichen – dieser Effekt (spektraler Mismatch) ist unter anderem in CIE 220:2016 beschrieben und wird unter Spektrale Fehlanpassung bei UV-Sensoren vertieft behandelt.

Reziprozität gilt nicht uneingeschränkt. Das Bunsen-Roscoe-Gesetz besagt, dass die photochemische Wirkung nur vom Produkt aus Bestrahlungsstärke und Zeit abhängt, unabhängig von deren Verhältnis. Für die im klinischen Alltag üblichen Bestrahlungszeiten (Sekunden bis wenige Minuten) ist diese Annahme für die etablierten Wirkfunktionen weitgehend belastbar; sie kann jedoch bei extrem kurzen, hochintensiven Pulsen (z. B. gepulste Excimerquellen) oder sehr langen, niedrig dosierten Expositionen versagen, weil dann zelluläre Reparaturmechanismen oder Sättigungseffekte in Konkurrenz zur photochemischen Primärreaktion treten.

Wirkungsspektrum und Dosisgrößen: der fachliche Hintergrund

Die photobiologische Wirksamkeit einer Bestrahlung ergibt sich nicht aus der ungewichteten Bestrahlungsstärke, sondern aus deren Faltung mit einer Wirkfunktion s(λ). Für Erythem gilt nach ISO/CIE 17166:2019 die erythemwirksame Bestrahlungsstärke:

Eer = ∫ E(λ) · ser(λ) dλ (Integration über 250–400 nm)

wobei E(λ) die spektrale Bestrahlungsstärke der Quelle und ser(λ) das CIE-Referenz-Erythemwirkungsspektrum ist. Die daraus resultierende erythemwirksame Dosis Her = Eer · t wird häufig in Standard Erythema Dose (SED) angegeben; 1 SED entspricht per Definition 100 J/m² erythemwirksamer Bestrahlung (ISO/CIE 17166:2019). Dieselbe Systematik – Wirkfunktion mal Spektrum, integriert über die Zeit – liegt auch der bilirubinwirksamen Bestrahlungsstärke in der Neonatologie zugrunde, dort allerdings ohne steile Gewichtungsfunktion, sondern als einfaches Integral über 400–550 nm.

Die Photonenenergie liefert eine ergänzende, oft unterschätzte Perspektive: EPhoton = h · c / λ. Bei 311 nm (typische NB-UVB-Zentralwellenlänge) beträgt sie rund 4,0 eV (6,4 × 10⁻¹⁹ J) – ausreichend, um kovalente Bindungen in der DNA zu beeinflussen, aber energetisch zu gering, um wesentlich tiefer als die oberen Hautschichten einzudringen. Bei 450 nm (Blaulicht-Phototherapie) sinkt die Photonenenergie auf etwa 2,75 eV; dort dominiert nicht die DNA-Schädigung, sondern die photochemische Isomerisierung des Bilirubinmoleküls. Die Wellenlänge bestimmt damit nicht nur die Eindringtiefe, sondern auch den Wirkmechanismus selbst.

Praktische Konsequenz: Zwei Geräte mit identischer, ungewichteter Bestrahlungsstärke können unterschiedlich wirksam sein, wenn ihre Spektren unterschiedlich stark im wirksamen Wellenlängenbereich liegen. Eine alleinige Breitbandmessung in W/cm² ist deshalb nur dann ausreichend, wenn Spektrum und Wirkfunktion bekanntermaßen gut zusammenpassen; andernfalls ist eine spektrale Messung erforderlich.

Rechenbeispiel: Behandlungszeit für eine NB-UVB-Sitzung berechnen

Annahmen: Ganzkörperkabine mit Schmalband-UVB-Röhren (311 nm); Zieldosis nach einem gängigen Dosisprotokoll für Fitzpatrick-Hauttyp III–IV: 500 mJ/cm² (AAD-NPF-Protokoll, zit. n. cmsderm.ca, 2026); gemessene, gemittelte Bestrahlungsstärke am Patienten (Designated Patient Irradiance) zu Behandlungsbeginn: 8 mW/cm² (innerhalb des für NB-UVB-Kabinen üblichen Bereichs von 6–8 mW/cm²).

Modell: Zeit t = Dosis H / Bestrahlungsstärke E.

Rechnung (Ausgangszustand):
t = 500 mJ/cm² ÷ 8 mW/cm² = 62,5 s.

Rechnung (nach Alterung der Röhren um 20 %):
E' = 8 mW/cm² × 0,8 = 6,4 mW/cm²
t' = 500 mJ/cm² ÷ 6,4 mW/cm² = 78,1 s.

Technische Interpretation: Bleibt die am Gerät eingestellte Zeit bei 62,5 s, obwohl die Bestrahlungsstärke auf 6,4 mW/cm² gesunken ist, erhält der Patient nur noch 400 mJ/cm² statt der verordneten 500 mJ/cm² – eine Unterdosierung von 20 %, ohne dass am Gerät ein Fehler erkennbar wäre. Kumuliert über einen mehrwöchigen Therapiezyklus wirkt sich das auf die Ansprechrate aus. Der einzige Weg, dies zu erkennen, ist eine regelmäßige, ortsaufgelöste Nachmessung der tatsächlichen Bestrahlungsstärke – nicht das Vertrauen auf einen einmalig ermittelten Startwert, beispielsweise mit dem Radiometer RMD Pro.

Wo wird medizinische Phototherapie eingesetzt?

Dermatologie (Psoriasis, atopische Dermatitis, Vitiligo). Hier ist Schmalband-UVB die am häufigsten eingesetzte Modalität; kritische Prozessgröße ist die exakte Einhaltung der individuellen, hauttypabhängigen Startdosis und der stufenweisen Dosissteigerung, da die therapeutische Breite zwischen wirksamer und erythemauslösender Dosis eng ist.

Neonatologie (Hyperbilirubinämie). Blaulicht-Phototherapie in Inkubatoren oder Wärmebetten erfordert eine über die gesamte behandelte Hautfläche ausreichende, spektral im Bereich 460–490 nm gemessene Bestrahlungsstärke von in der Regel ≥ 30 µW/(cm²·nm) für eine „intensive Phototherapie“ (American Academy of Pediatrics, 2022; Dam-Vervloet et al., 2021). Kritisch ist hier weniger die Spitzenbestrahlungsstärke im Zentrum als die Größe der Fläche, auf der dieser Schwellenwert noch erreicht wird – der sogenannte Bestrahlungs-Footprint.

Dermatologische Onkologie und ästhetische Medizin (PDT). Bei Photodynamischer Therapie ist neben Lichtdosis und Wellenlänge die Photosensibilisator-Konzentration im Zielgewebe und die lokale Sauerstoffverfügbarkeit kritisch; unzureichende Belichtungsfläche oder -homogenität führt zu inkompletter Zellzerstörung und Rezidivrisiko.

Forschung und Photobiologie. In Zell- und Gewebemodellen wird UV- oder Lichtbestrahlung unter kontrollierten, meist deutlich enger definierten Bedingungen als in der Klinik eingesetzt, beispielsweise mit einer Bestrahlungskammer BS-02; hier steht die exakte Reproduzierbarkeit der Bestrahlungsbedingungen zwischen Experimenten im Vordergrund, nicht die Anpassung an eine individuelle Patientenanatomie.

Wofür eignen sich Heimgeräte, Excimer-Handgeräte, Tageslicht-PDT und Lichtdecken?

Home-Phototherapy-Geräte ermöglichen die Behandlung ohne wiederholte Klinikbesuche und verbessern damit die Therapieadhärenz, verlagern die Verantwortung für korrekte Anwendung und Gerätekontrolle jedoch stärker zum Patienten – ein Kontrollverlust, der durch werksseitig stabilere, meist LED-basierte Lichtquellen und automatisierte Zeitvorgaben teilweise kompensiert wird.

Excimer-Handgeräte (308 nm) erlauben die lokal hochdosierte Behandlung einzelner Läsionen bei Schonung der umgebenden gesunden Haut; die kleine Bestrahlungsfläche macht sie für großflächige Erkrankungen unwirtschaftlich, für umschriebene Herde wie Vitiligo-Flecken oder therapieresistente Plaques aber besonders geeignet.

Tageslicht-vermittelte PDT nutzt natürliches Sonnenlicht statt einer künstlichen Lichtquelle zur Aktivierung des Photosensibilisators bei aktinischer Keratose; sie reduziert Schmerzen im Vergleich zur konventionellen Rotlicht-PDT, ist jedoch von Wetterbedingungen und UV-Index abhängig und dadurch schlechter standardisierbar (European Dermatology Forum, 2019).

Faseroptische Phototherapiesysteme in der Neonatologie (z. B. Lichtdecken) erlauben die Bestrahlung ohne Trennung von Mutter und Kind, weisen aber kleinere und geometrisch andere Bestrahlungs-Footprints auf als Deckenstrahler, was bei der Dosisplanung berücksichtigt werden muss.

Welche Größen müssen gemessen oder überwacht werden?

Ausgangspunkt jeder Messung ist die Frage, welche Größe das Behandlungsprotokoll tatsächlich voraussetzt – in aller Regel die Bestrahlungsstärke am Ort der Haut, nicht am Lampengehäuse. Ein Breitbandradiometer wie das RMD Pro mit zur Wirkfunktion passender spektraler Empfindlichkeit ist ausreichend, solange Kalibrierquelle und tatsächliche Therapiequelle spektral hinreichend ähnlich sind (siehe Wie UV-Sensoren funktionieren). Weichen Emissionsspektren mehrerer im Einsatz befindlicher Gerätetypen voneinander ab oder soll die spektrale Zusammensetzung selbst überprüft werden – etwa beim Vergleich einer neuen LED-Quelle mit einer bestehenden Leuchtstoffröhren-Kabine –, ist eine spektrale Messung mit einem Spektralradiometer wie dem SR900 erforderlich, weil sich daraus jede beliebige Wirkfunktion rechnerisch ableiten lässt.

Ortsaufgelöste Messungen werden notwendig, sobald die Bestrahlungsfläche größer ist als der Sensor und die Homogenität nicht bekannt ist – etwa bei Ganzkörperkabinen oder neonatalen Bestrahlungseinheiten mit undefiniertem Footprint. Zeitaufgelöste Messungen sind relevant, wenn eine Quelle instabil ist (Einschaltverhalten, Netzschwankungen) oder wenn geprüft werden soll, ob die Reziprozitätsannahme für die geplante Expositionsdauer noch zutrifft.

In vielen Therapiekabinen und Inkubatoren sind interne Sensoren fest verbaut, die Bestrahlungsstärke in Echtzeit erfassen und die Bestrahlungszeit automatisch aus Zieldosis und aktuellem Messwert berechnen. Diese eingebauten Dosimeter erfassen jedoch typischerweise nur reflektiertes Licht von einem begrenzten Hautareal und bilden damit die mittlere Bestrahlungsstärke am gesamten Patienten nur näherungsweise ab; weicht der interne Wert um mehr als etwa 10 % von einer direkten, externen Messung ab, empfehlen Fachleitlinien eine Nachjustierung oder den Wechsel in einen zeitbasierten Betrieb mit extern validierten Werten (Taylor et al., 2002).

Für den regulierten medizinischen Betrieb ist zusätzlich die Dokumentationspflicht relevant: Jede Behandlungssitzung – Dosis, Dauer, verwendete Wellenlänge, Gerätezustand – muss nachvollziehbar protokolliert werden, um im Rahmen der Medizinprodukte-Regulierung eine Rückverfolgbarkeit von Wirkung und etwaigen Nebenwirkungen zu gewährleisten. Die technische Bedeutung liegt dabei nicht in der digitalen Schnittstelle selbst, sondern darin, dass nur eine lückenlose Verbindung von Messwert, Zeitstempel und Gerätekalibrierstatus im Nachhinein erlaubt, eine Unter- oder Überdosierung von einer fehlenden Wirksamkeit oder einer unerwarteten Nebenwirkung zu unterscheiden.

Die erreichbare Messunsicherheit wird in der klinischen Praxis meist mit rund 10 % als ausreichend angesehen; geometrische Effekte (Patientenposition, Körperkrümmung) können diese Unsicherheit in der Praxis auf 15 % und mehr erhöhen (Diffey/Hart, zit. n. Dundee-Leitlinien). Rückführbarkeit der Sensorik ist keine Formsache, sondern eine Voraussetzung, weil aus dem Messwert unmittelbar die Behandlungszeit und damit die tatsächlich am Patienten ankommende Dosis abgeleitet wird – sichergestellt über das akkreditierte Kalibrierlabor nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03, mit festen Kalibrierintervallen.

Was zeigen wissenschaftliche Veröffentlichungen?

Der T-Zell-Apoptose-Mechanismus von Schmalband-UVB in psoriatischen Läsionen wurde erstmals systematisch in einer bilateralen Vergleichsstudie beschrieben, die den Wirkungsunterschied zwischen Breitband- und 312-nm-Schmalband-UVB auf epidermale und dermale T-Zellen dokumentiert:

Ozawa, M.; Ferenczi, K.; Kikuchi, T.; Cardinale, I.; Austin, L. M.; Coven, T. R.; Burack, L. H.; Krueger, J. G.: „312-nanometer Ultraviolet B Light (Narrow-Band UVB) Induces Apoptosis of T Cells within Psoriatic Lesions“. Journal of Experimental Medicine, 1999, 189(4), 711–718. DOI: 10.1084/jem.189.4.711.

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit bewertet die Wirksamkeit von Schmalband-UVB bei Psoriasis speziell für Patienten mit dunklerer Hautpigmentierung, ein Feld mit bislang unterrepräsentierten Studiendaten:

Hauptman, M.; El Othmani, A.; Pazhyanur, S.; Nakamura, M.: „Narrowband-Ultraviolet B Phototherapy for Psoriasis Treatment in Skin of Color: A Systematic Review and Meta-Analysis“. Photodermatology, Photoimmunology & Photomedicine, 2025, 41(5), e70051. DOI: 10.1111/phpp.70051.

Ein Übersichtsartikel fasst die pharmakologischen und photochemischen Grundlagen der PUVA-Therapie sowie ihre heutige klinische Rolle zusammen, die von neueren Verfahren wie NB-UVB teilweise verdrängt wurde:

Richard, E. G.: „The Science and (Lost) Art of Psoralen Plus UVA Phototherapy“. Dermatologic Clinics, 2020, 38(1), 11–23. DOI: 10.1016/j.det.2019.08.002.

Der Bericht einer britischen Fachgesellschaft liefert die methodische Grundlage für Dosimetrie und Kalibrierung an UV-Therapiegeräten, einschließlich konkreter Messprotokolle für Ganzkörperkabinen:

Taylor, D. K.; Anstey, A. V.; Coleman, A. J.; Diffey, B. L.; Farr, P. M.; Ferguson, J.; Ibbotson, S.; Langmack, K.; Lloyd, J. J.; McCann, P.; Martin, J. C.; Menagé, H. du P.; Moseley, H.; Murphy, G.; Pye, S. D.; Rhodes, L. E.; Rogers, S.: „Guidelines for dosimetry and calibration in ultraviolet radiation therapy: a report of a British Photodermatology Group workshop“. British Journal of Dermatology, 2002, 146(5), 755–763. DOI: 10.1046/j.1365-2133.2002.04740.x.

Eine vergleichende Studie an sechs kommerziellen neonatalen Phototherapiegeräten quantifiziert erstmals systematisch den „Bestrahlungs-Footprint“ – die Fläche, auf der die klinisch relevante Schwellenbestrahlungsstärke tatsächlich erreicht wird:

Dam-Vervloet, A. J.; Bosschaart, N.; van Straaten, H. L. M.; Poot, L.; Hulzebos, C. V.: „Irradiance footprint of phototherapy devices: a comparative study“. Pediatric Research, 2021, 92(2), 453–458. DOI: 10.1038/s41390-021-01795-x.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit ordnet die photodynamische Therapie mechanistisch und klinisch ein und fasst zusammen, welche Kombination aus Photosensibilisator, Lichtdosis und Wellenlänge für welche dermatologische Indikation dokumentiert ist:

Di Guardo, A. et al.: „Photodynamic Therapy in Dermatology: A Comprehensive Review“. International Journal of Molecular Sciences, 2026, 27(9), 3960. DOI: 10.3390/ijms27093960.

Was zeigen die wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Kunden?

Die folgenden Arbeiten von Kunden zeigen die Spannweite des Feldes – von der extrakorporalen Zelltherapie über die photodynamische Onkologie bis zur vergleichenden Photosensibilisator-Forschung, die der PUVA-Therapie methodisch verwandt ist.

Untersucht, welche Immunzellen die Wirkung der extrakorporalen Photopherese vermitteln – einer etablierten, UVA- und psoralenbasierten Phototherapie zur Behandlung von Graft-versus-Host-Erkrankung und kutanem T-Zell-Lymphom, durchgeführt mit einer Bestrahlungskammer BS-02.
Suppressive CD8+ T-Cells Are Key Cellular Mediators of Extracorporeal Photopheresis
Rogers, Kai J., et al. „Suppressive CD8+ T-Cells Are Key Cellular Mediators of Extracorporeal Photopheresis.“ Journal of Clinical Apheresis 41.1 (2026).

Prüft halogensubstituierte Photosensibilisatoren für die photodynamische Therapie des Prostatakarzinoms in vitro, bestrahlt mit einer Bestrahlungskammer BS-04.
Halogen substituted 4-thio-2′-deoxyuridines as photosensitizers for the photodynamic therapy of prostate cancer. An in vitro study
Czaja, Anna, et al. „Halogen substituted 4-thio-2′-deoxyuridines as photosensitizers for the photodynamic therapy of prostate cancer. An in vitro study.“ Spectrochimica Acta Part A: Molecular and Biomolecular Spectroscopy (2025): 126802.

Vergleicht Strahlen- und Phototoxizität an denselben Zelllinien und bewertet die verstärkende Wirkung der PUVA-Photosensibilisatoren Psoralen und Trioxsalen – dieselbe Substanzklasse, die auch in der klinischen PUVA-Therapie eingesetzt wird, bestrahlt mit einer Bestrahlungskammer BS-04.
Comparison of Radio- and Phototoxicity in Association with an Enhancing Effect of the Photosensitizers Psoralen, Trioxsalen and Ortho-Iodo-Hoechst33258
Tietze, Katja, et al. „Comparison of Radio- and Phototoxicity in Association with an Enhancing Effect of the Photosensitizers Psoralen, Trioxsalen and Ortho-Iodo-Hoechst33258 on FaDu, PC-3, 4T1 and B16-F10 Cells.“ Biomedicines 13.1 (2024): 73.

Weitere Arbeiten aus angrenzenden Feldern der Photobiologie stehen unter Veröffentlichungen von Kunden nach Themen.

Fachliche Grundlagen und weiterführende Quellen

  • ISO/CIE 17166:2019 – Erythema reference action spectrum and standard erythema dose (iso.org)
  • IEC 60601-2-57:2023 – Medical electrical equipment, Part 2-57: Particular requirements for non-laser light source equipment for therapeutic, diagnostic, monitoring, cosmetic and aesthetic use (webstore.iec.ch)
  • IEC 62471 – Photobiological safety of lamps and lamp systems (iec.ch)
  • ICNIRP Guidelines on Limits of Exposure to Ultraviolet Radiation of Wavelengths between 180 nm and 400 nm, 2004 (icnirp.org)
  • American Academy of Pediatrics: Clinical Practice Guideline Revision – Management of Hyperbilirubinemia in the Newborn Infant, 2022 (PDF)
  • CIE 220:2016 – Characterization and Calibration Method of UV Radiometers

FAQ zur medizinischen Phototherapie

Wie funktioniert medizinische Phototherapie?
Sie nutzt UV- oder sichtbares Licht definierter Wellenlänge, um in Haut oder Blut eine spezifische photochemische Reaktion auszulösen – etwa DNA-vermittelte Apoptose entzündlicher Zellen bei Schmalband-UVB oder die photochemische Umwandlung von Bilirubin bei neonataler Blaulichttherapie. Wirkung und Sicherheit hängen von Wellenlänge, Bestrahlungsstärke und Dosis ab, nicht allein von der Bestrahlungsdauer.

Welche Wellenlänge eignet sich für Psoriasis?
Schmalband-UVB mit einem Emissionsmaximum um 311 nm gilt als wirksamste UV-Modalität bei geringerem Erythemrisiko als Breitband-UVB, weil die steile Wirkungsfunktion in diesem Bereich das Verhältnis von therapeutischem Effekt zu Erythemrisiko begünstigt. Für lokal begrenzte, therapieresistente Herde kommt zusätzlich der 308-nm-Excimerlaser oder die Excimerlampe in Betracht, während PUVA bei dickeren, großflächigen Plaques relevant bleibt.

Welche UV-Dosis ist für eine Phototherapie-Sitzung erforderlich?
Das hängt vom Hauttyp und der Indikation ab. Gängige Startdosen für Schmalband-UVB liegen je nach Fitzpatrick-Hauttyp und angewandtem Protokoll zwischen etwa 100 und 800 mJ/cm², mit stufenweiser Steigerung über den Behandlungsverlauf. Die individuell tolerierte Dosis wird meist über eine Testbestrahlung (Lichttreppe) oder anhand des Hauttyps festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen PUVA und Schmalband-UVB?
PUVA kombiniert UVA-Licht (320–400 nm) mit einem photosensibilisierenden Psoralen und wirkt über Photoaddukte an der DNA; Schmalband-UVB (311 nm) benötigt keinen Zusatzstoff und wirkt primär über direkte UVB-DNA-Effekte und Apoptoseinduktion. Schmalband-UVB gilt heute meist als Verfahren erster Wahl, PUVA bleibt bei dickeren, therapieresistenten Plaques relevant.

Warum liefert dieselbe elektrische Lampenleistung nicht immer dieselbe Behandlungsdosis?
Die elektrische Leistung beschreibt die Energieaufnahme des Geräts, nicht die am Patienten ankommende optische Strahlung. Vorschaltgerät-Wirkungsgrad, Reflektorgeometrie, Abstand und vor allem die Alterung der Lichtquelle verändern die tatsächliche Bestrahlungsstärke unabhängig von der Nennleistung. Nur eine regelmäßige Messung am Behandlungsort zeigt, ob die eingestellte Zeit noch der verordneten Dosis entspricht. Warum die Leistungsangabe grundsätzlich keine Messgröße ist, ist unter radiometrischen Größen hergeleitet.

Wie wird die UV-Bestrahlungsstärke in einer Therapiekabine gemessen?
Mit einem kalibrierten Radiometer, dessen spektrale Empfindlichkeit zum Emissionsspektrum der Kabine passt, an mehreren Positionen in Kopf-, Rumpf- und Kniehöhe. Der Mittelwert dieser Messungen dient als Bezugsgröße für die Berechnung der Behandlungszeit; bei mehreren unterschiedlichen Quellentypen ist eine zusätzliche spektrale Messung sinnvoll.

Welche Faktoren beeinflussen die Wirksamkeit einer Phototherapie-Sitzung neben der Dosis?
Relevanz haben die Homogenität der Bestrahlung über die Behandlungsfläche, die individuelle Hautpigmentierung und Photosensibilität, bei PDT zusätzlich die Photosensibilisator-Konzentration und die Gewebe-Sauerstoffversorgung, sowie – bei neonataler Phototherapie – die Größe der ausreichend bestrahlten Fläche (Bestrahlungs-Footprint). Auch die spektrale Passung von Messgerät und Lichtquelle beeinflusst, wie zuverlässig die tatsächlich wirksame Dosis erfasst wird.

Verwandte Anwendungsfelder

Die medizinische Phototherapie grenzt an mehrere Nachbarfelder: Die Pharma-Photostabilität prüft die Lichtempfindlichkeit von Fertigprodukten statt therapeutisch am Menschen zu bestrahlen, die Photobiologie & Biotechnologie untersucht die Wirkung von Strahlung auf lebende Systeme in der Forschung, und Arbeitsschutz und photobiologische Sicherheit behandelt dieselben physikalischen Größen für unbeabsichtigte statt ärztlich verordnete Exposition (siehe auch UV-Erythem am Arbeitsplatz). Die Messseite dazu – Dosiskontrolle und GMP-Dokumentation – ist UV-Messung in Medizin und GMP-Umfeld, Normen und Grenzwerte unter Richtlinien, Normen und Standards im UV.

Fachexperte

Autor: Dr. Mark Paravia

Dr.-Ing. Mark Paravia ist Geschäftsführer der Opsytec Dr. Gröbel GmbH in Ettlingen und leitet das akkreditierte Kalibrierlabor. Nach seiner Forschung zu gepulsten Xenon-Excimer-Entladungen am Lichttechnischen Institut des KIT gilt sein Schwerpunkt heute der optischen Strahlungsmesstechnik. Er ist anerkannter UV-Experte, stellvertretender Obmann im DIN-Normungsausschuss FNL 7 „Optische Strahlung" und Mitglied im DVGW-Projektkreis UV-Desinfektion.

Unklar, ob die richtige Dosis am Patienten ankommt?

Unklar, ob die eingestellte Bestrahlungszeit noch der verordneten Dosis entspricht, wenn die Lichtquelle seit der letzten Kalibrierung gealtert ist? Eine ortsaufgelöste, spektral passende Bestrahlungsstärkemessung am Behandlungsort schafft Klarheit – unabhängig davon, mit welchem Gerät sie durchgeführt wird. Für die laufende Bestrahlungsstärke- und Dosisüberwachung an Therapiegeräten eignet sich das Radiometer RMD Pro, für die spektrale Charakterisierung und den Vergleich unterschiedlicher Quellentypen das Spektralradiometer SR900, für die definierte, dosisgesteuerte Bestrahlung von Zell- oder Gewebeproben in der photobiologischen Forschung die Bestrahlungskammer BS-02. Kalibrierung und Rückführbarkeit der eingesetzten Sensorik stellt das akkreditierte Kalibrierlabor nach ISO/IEC 17025 sicher. Sprechen Sie uns zu Ihrer Messaufgabe an.