DVGW-Referenzradiometer für die UV-Trinkwasserdesinfektion
Das DVGW-Referenzradiometer von Opsytec misst die UVC-Bestrahlungsstärke in Anlagen zur UV-Trinkwasserdesinfektion und erfüllt als Referenzradiometer die Anforderungen der DIN 19294-3:2020-08. Es besteht aus dem Radiometer RMD und einem Referenzsensor für 240 bis 290 nm mit 160° Öffnungswinkel, der in einen druckwasserdichten Messfenstertubus eingesteckt wird und sich dadurch einfach und reproduzierbar tauschen lässt.
Die Anforderungen an UV-Desinfektionsgeräte und die zugehörigen Radiometer sind in der Normenreihe DIN 19294 geregelt. DIN 19294-1:2020-08 beschreibt Geräte mit UV-Niederdrucklampen einschließlich ihrer Geräteradiometer; DIN 19294-3:2020-08 legt Aufbau, Funktion und Öffnungswinkel der zugehörigen Referenzradiometer fest. Für Geräte zur Trinkwasserdesinfektion mit UV-Mitteldrucklampen gelten seit April 2026 DIN 19294-2:2026-04 und – für die Referenzradiometer – DIN 19294-4:2026-04; die DVGW-Arbeitsblätter W 294-2 und W 294-3 sind damit vollständig ersetzt. In Österreich gelten ÖNORM M 5873-1:2020-01 für Niederdruck- und ÖNORM M 5873-2:2003-08 für Mitteldruckanlagen.
Das RMD als DVGW-Referenzradiometer ist eine der neuesten Entwicklungen der Opsytec Dr. Gröbel GmbH. In diesem einfach zu bedienenden Radiometer stecken mehr als 30 Jahre Erfahrung in allen Bereichen der Bestrahlungsstärkemessung.
Es zeichnet sich durch einen weiten Dynamikbereich und ein extrem geringes Rauschen aus. Hierzu enthält der Sensor bereits eine mehrstufige Verstärkung, einen extrem präzisen Analog-Digitalwandler und einen Temperatursensor. Der im Sensor enthaltene Speicher enthält alle Sensoridentifikationen und die Kalibrierhistorie.
Durch den Einsatz geeigneter Materialien wird eine hervorragende Korrosionsfestigkeit und Langzeitstabilität erreicht. Die typische Alterung liegt unter 2 % pro Jahr. Die Sensoren sind werkskalibriert oder nach ISO/IEC 17025 DAkkS-kalibriert.
DVGW-Sensor als 3D-Modell ansehen
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Der DVGW-Sensor lässt sich im 3D-Produktviewer von allen Seiten betrachten – originalgetreu aus den CAD-Konstruktionsdaten. Bauform, Fenster und Anschluss sind so schon vor der Beschaffung im Detail zu prüfen.
Technische Daten DVGW Referenzradiometer Sensor
| Spektralbereich | 240 - 290 nm |
| Messbereich, typ. | 0 - 200 W/cm² |
| Auflösung | 0,001 µW/cm² |
| Dynamikbereich | 1 : 10 000 000 |
| AD-Wandlung | 24 bit |
| Temperatursensor | integriert |
| Öffnungswinkel | 160° |
| Abmessungen | Ø 20 x 60 mm |
| Optische Fläche | Ø 15 mm |
| Gewicht | 160 g |
| Anschlusskabel | 1,5 m |
| Betriebstemperatur | 0 bis 60 °C |
| Lagertemperatur | -20 bis 60 °C |
| Luftfeuchtigkeit | <80%, nicht kondensierend |
| Kalibrierunsicherheit | 5-7% (k=2) |
| Linearitätsfehler | < 1% |
| Alterung / Jahr | < 2% |
Technische Daten RMD DVGW Referenzradiometer
| Sensoranschlüsse | 2 Stück, voll-digital |
| PC-Schnittstelle | USB 2.0 (nur RMD PRO) |
| Display | grafisch, beleuchtet |
| Displayausgabe | 1 + 2 Kanäle |
| Bestrahlungsstärke + Dosis | |
| Min/Max-Bestrahlungsstärke | |
| Abmessungen | 160 x 85 x 35 mm |
| Gewicht | 250 g |
| Stromversorgung | integrierter Lithium-Ionen-Akku |
| 110-240 V USB-Netzteil | |
| Betriebstemperatur | 0 bis 60 °C |
| Lagertemperatur | -20 bis 60 °C |
| Luftfeuchtigkeit | <80%, nicht kondensierend |
| interner Speicher | 8 GB (nur RMD PRO) |
| Datenaufzeichnungsrate | einstellbar: 1 s - 15 min |
| Aufzeichnungsdauer | > 2400 h |
Bestellnummern, Lieferumfang, Zubehör und Versionen
| Bestellnummer | 810322 |
|---|
Lieferumfang: DVGW-Referenzsensor mit Kalibrierschein, Radiometer, Netzteil und Transportkoffer.
| Ausführung | Bestellnummer |
|---|---|
| RMD | 814401 |
| RMD Pro | 814400 |
Der Referenzsensor wird am RMD oder RMD Pro betrieben. Beide sind eigenständige Geräte mit eigener Produktseite; die Nummern stehen hier, damit sich das Referenzradiometer in einem Zug bestellen lässt.
| Bestellnummer | 921001 |
|---|
Hintergrund zur Nutzung von DVGW-Referenzradiometern nach DIN 19294-3 und DIN 19294-4
Für die UV-Trinkwasserdesinfektion kommen Lampen zum Einsatz, die UV-Strahlung im kurzwelligen UVC-Spektralbereich erzeugen. Zugelassen sind nach §§ 19 und 20 TrinkwV in Verbindung mit der Liste zulässiger Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren des Umweltbundesamtes derzeit Quecksilber-Niederdrucklampen und Quecksilber-Mitteldrucklampen.
Quecksilber-Niederdrucklampen erzeugen eine fast monochromatische Strahlung bei 253,7 nm. Quecksilber-Mitteldrucklampen erzeugen durch ihre hohe Leistung und den hohen Lampendruck im Betrieb ein breites Spektrum von UV-Strahlung, darunter UV-C-Strahlung, die für die Desinfektion von Wasser benötigt wird.
Die Norm DIN 19294-1:2020-08 legt nicht nur die Anforderungen an Geräte mit Quecksilber-Niederdrucklampen zur UV-Trinkwasserdesinfektion und deren DVGW-Sensoren für UV-Trinkwasserdesinfektionssysteme fest, sondern definiert auch genaue Vorgaben für deren Kalibrierung.
Für Geräte mit Quecksilber-Mitteldrucklampen gelten in Deutschland seit April 2026 DIN 19294-2:2026-04 und DIN 19294-4:2026-04; die DVGW-Arbeitsblätter W 294-2 und W 294-3 sind damit vollständig ersetzt. Für laufende Zertifizierungen ist die Übergangsregelung des DVGW zu beachten. In Österreich gilt ÖNORM M 5873-2.
Im Betrieb ist die Bestrahlungsstärke in UV-Trinkwasserdesinfektionssystemen kontinuierlich zu überwachen um Alterung, Ausfall und Verschmutzung zu überwachen. Beide Lampentypen erfordern regelmäßige Kontrollen und Referenzmessungen, um ihre Effektivität aufrechtzuerhalten.
Gerätesensoren, die UV-Strahlung ausgesetzt sind, unterliegen einem Alterungsprozess und müssen regelmäßig kontrolliert und kalibriert werden. Hierzu sind Referenzradiometer und Sensoren mit gleichem Messfeldwinkel und gültiger Kalibrierung geeignet, mit denen regelmäßige Vergleichsmessung an im Betrieb befindlichen UV-Geräten vom Wasserwerkspersonal durchgeführt werden.
Das DVGW-Arbeitsblatt W 294-1:2023-12 regelt Planung, Betrieb und Überwachung von UV-Desinfektionsanlagen in der Wasserversorgung. Anforderungen an die UV-Geräte selbst enthält es seit der Neufassung nicht mehr; diese stehen in den jeweiligen Teilen der DIN 19294.
Gegenüber der Vorgängerfassung wurden die Prüfabstände konkretisiert:
- jährliche Kalibrierung
- monatliche Referenzmessung
Typische UV-Spektren der UV-Trinkwasserdesinfektion nach DIN 19294
Während Quecksilberdampflampen eine bewährte Technologie darstellen, sind UVC-LEDs aufgrund ihrer Quecksilberfreiheit und den neuesten Fortschritten in Effizienz und Strahlungsfluss zunehmend eine Alternative für die UV-Trinkwasserdesinfektion. Erste Pilotanlagen sind bereits installiert und neueste Forschungsergebnisse zeigen eine sehr gute Wirksamkeit der eingesetzten UVC-LEDs. UVC-LEDs verwenden spezielle Halbleiter zur Erzeugung von UV-Strahlung. Ihre Emission ist schmalbandig, wobei die Wellenlänge und der Strahlungsfluss vom Herstellungsprozess und daraus resultierend vom Binning abhängt. UVC-LEDS können präzise gesteuert werden. Die zugehörigen Prüfgrundlagen entstehen derzeit als DIN 19294-5 und DIN 19294-6. Bis zu deren Veröffentlichung und Aufnahme in die Liste zulässiger Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren des Umweltbundesamtes sind UV-C-LED-Geräte für die öffentliche Trinkwasserversorgung in Deutschland nicht zugelassen.
Zusammenfassend werden die Referenzmessung und die Kalibrierung immer wichtiger.
Die Kalibrierung der DVGW-Sensoren ist bereits von entscheidender Bedeutung, um eine präzise Messung und Kontrolle der UV-Strahlung sicherzustellen, die für die UV-Desinfektion des Trinkwassers benötigt wird.
Für UV-Geräte mit einem Lampen- und Sensortyp dürfen nur entsprechend kalibrierte Sensoren und Referenzradiometer eingesetzt werden (gleiche Bauform und gleicher Kalibrierlampentyp).
Durch regelmäßige Kalibrierungen gemäß den Normvorgaben der DIN 19294-1:2020-08 und DIN 19294-3:2020-08 wird die Genauigkeit der Sensoren gewährleistet, was wiederum eine zuverlässige Überwachung und Steuerung und somit eine wirksame und sichere Trinkwasserdesinfektion gewährleistet.
In unserem Labor können wir DVGW-Sensoren auf diese Lampen kalibrieren:
- Quecksilber-Niederdrucklampen (253,7 nm)
- Quecksilber-Mitteldrucklampen (240 - 290 nm)
- UV-LEDs (255, 265, 270, 275, 278 und 280 nm)
Hierfür sind wir als Kalibrierlaboratorium für UV-Sensoren und als Prüflaboratorium für Spektrometer, Spektralradiometer und Lichtquellen nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018-03 akkreditiert. Unsere Akkreditierung nach dieser internationalen Norm bestätigt unsere Kompetenz und Zuverlässigkeit in der Durchführung präziser Kalibrierungen und Prüfungen. Wir gewährleisten höchste Qualitätsstandards bei der Überprüfung und Kalibrierung von UV-Sensoren sowie der Prüfung von Spektrometern, Spektralradiometern und Lichtquellen, um genaue und vertrauenswürdige Messergebnisse zu liefern.
Häufige Fragen
Welchen Öffnungswinkel haben die DVGW-Sensoren?
Die DVGW-Sensoren für das Referenzradiometer haben einen Öffnungswinkel von 160 °.
Gibt es auch eine Variante mit 40° Öffnungswinkel?
Nein. Die 40° Version der DVGW Sensoren ist veraltet und wird nicht mehr angeboten.
Wie oft müssen DVGW Referenzradiometer kalibriert werden?
Wir empfehlen eine Kalibrierung alle 12 Monate.